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Letzte Worte

Schwarze Gestalten an einem nebligen Wintermorgen auf einem dunklen Friedhof. Das einzig Bunte an diesem Tag sind die vielen Blumen, die sie alle dabei haben. Rosen, Margariten, Sonnenblumen, Veilchen und Vergissmeinicht. Wie passend für diesen Tag. Sie singen, obwohl die Person, die es hören soll, schon lange nichts mehr versteht. Ein kleines Mädchen, das die Welt nicht mehr versteht. An der Hand von einem großen Mädchen, das die Welt ebensowenig versteht, obwohl sie bald mit der Schule fertig sein wird. Sehnsuchtsvoll denkt sie an die taunasse Wiese im Frühling, über die einmal fröhliche Kinder laufen werden, ihre Kinder. Kinder, die lachen, Kinder, die Tassen umwerfen und mit gelben Gummistiefeln in Regenpfützen springen. Kinder, die Kastanientiere basteln und Schneemänner bauen. Kinder, die Eis essen gehen und am Strand Sandburgen töpfern. Kinder, die Blumensträuße pflücken, glückliche Kinder. Sie schaut auf den schwarzen Sarg, der nach und nach mit farbigen Blumen bedeckt wird. In diesem Sarg liegt ihr Freund, und doch liegt er dort nicht. Nur eine leere Hülle ist es, die dort liegt und schweigt. Er, mit seinen funkelnden Augen, dem verschmitzten Lächeln und dem großen Herzen ist längst an einem anderen Ort. Weit weg von dieser so fehlerhaften, menschlichen Welt. Das große Mädchen denkt an ihn und flüstert ihm einen letzten Satz zu, bevor sie sich umdreht und dem Sarg für immer dem Rücken zukehrt. Ich gehe auf der Straße der Erinnerung entlang, weil ich es liebe, dir entgegenzulaufen.

7.10.14 18:53

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