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Eine arme reiche Familie

Entschuldigt bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe

 Dafür ist mein aktueller Text umso länger - 4500 Zeichen um genau zu sein, da ich ihn bei einem Schreibwettbewerb einreichen möchte

Wie gefällt er euch?

 

 

Rosalie seufzte. Sie schwang die Seidenbettdecke zurück, drückte auf einen Knopf neben ihrem Nachttisch und die Jalousien fuhren geräuschlos nach oben. Sie warf einen gelangweilten Blick auf ihr Iphone, 214 neue Nachrichten, es blinkte im Sekundentakt. Schnell noch den Whatsapp-Status aktualisieren, ein paar Youtube-Videos anschauen und die Neuigkeiten auf Facebook checken, plötzlich riss sie ein surrender Klingelton aus ihrer Tätigkeit. „Das Frühstück wäre jetzt soweit angerichtet, Fräulein von der Grün“, ertönte die ruhige Stimme der Haushälterin durch einen Lautsprecher am anderen Ende des Raumes. Normalerweise wäre Rosie diese Information egal gewesen, aber da sie heute in der ersten Stunde Mathe hatten, verließ sie überraschend flink das gemütliche Bett und stieg die unzähligen Stufen zum Essenssaal hinab. Ach ja, Mathe war ihr nicht etwa wegen der Unterrichtsinhalte wichtig, sondern einzig und allein aus dem Grund, dass sie in einem Kurs mit dem atemberaubendsten, wundervollsten, charmantestem Jungen saß, den man sich nur vorstellen konnte. Er war klug, witzig und noch dazu gut aussehend und er war der Grund, warum Rosie manchmal vor dem Spiegel tanzte und in der Dusche sang. Im Übrigen war er an diesem Tag auch der Grund, warum sie aufgestanden war. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schlenderte sie ans Kopfende der Tafel, ließ sich von der Haushälterin Rührei mit Speck servieren und blickte zu ihren Eltern, die sich leise miteinander unterhielten. „Rosalie, du weißt, dass du heute um 16.30 Uhr Ballettunterricht hast, bitte vergiss das nicht wieder. Frau Kirschbaum war absolut nicht begeistert!“ Ihre Mutter bedachte sie mit einem strengen Blick. „Du willst doch zu den Besten deiner Altersklasse gehören, oder etwa nicht?“. Das Mädchen nickte kaum merklich und schaute zu ihrem Vater, der sie kopfschüttelnd ansah. „Rosalie, wir müssen uns einmal ernsthaft unterhalten. Mich macht so eine Einstellung traurig, wirklich traurig.“ Erbost wandte er sich ab und winkte im gleichen Atemzug die Haushälterin zu sich, die ihm dampfenden Kaffee eingoss. „Das ist der falsche!“ Er fegte die Tasse vom Tisch und schlug mit der flachen Hand darauf. „Damit muss Schluss sein, ein für alle Mal. Ich möchte nicht mit ansehen, dass MEINE Tochter von anderen geschlagen wurde, dass sie nur durch Faulheit unterlegen ist.“ Die letzten Worte schrie er schon fast. „Nun beruhige dich, Schatz“, bemerkte Rosies Mutter spitz und bedeutete der Haushälterin mit einer Handbewegung, den Kaffeefleck aufzuwischen. „Rosalie wird jetzt wieder regelmäßig am Training teilnehmen, nicht wahr, Mäuschen?“ Eigentlich wollte Rosalie in diesem Moment schreien, all die hässlichen Erwiderungen herausschreien, die ihr in diesem Moment im Kopf herumschwirrten. Aber diese Worte wollten ihre Zunge nicht verlassen und so entgegnete sie nur: „Kann ich heute jemanden zu mir einladen?“ „Na klar Häschen, aber wie gesagt nach der Ballettstunde, ja?“ Ihre Mutter lächelte zuckersüß und schon waren die Gemeinheiten von vor 5 Minuten schon wieder vom Tisch. Als sie jedoch Rosies verträumten Blick sah, runzelte sie ihre sonst so faltenlose, makellose Stirn. „Du meinst aber hoffentlich nicht diesen komischen Ben, oder? Diesen Augenaufschlag kenne ich. Wir waren uns doch einig, dass wir keine Arme-Leute-Kinder bei uns haben wollen. Was war sein Vater doch gleich von Beruf? Feuerwehrmann? Am Ende verdreckt er noch unsere Ledersofas oder stiehlt Geld aus der Haushaltskasse! Nein, soweit kommt es noch. Unsere Tochter hat heute wirklich nur Flausen im Kopf, findest du nicht auch, Liebling?“ Sie lehnte sich Halt suchend an ihren Ehemann, doch dieser grunzte nur unwirsch und machte sich los. Auf dem Weg zur Schule hing Rosalie ihren Gedanken nach, stimmte das, was ihre Mutter gesagt hatte nicht vielleicht sogar? Bens Klamotten waren meistens abgetragen und er besaß keinen Computer – aber war das wirklich ein Grund, ihn nicht einzuladen? Je näher sie jedoch dem Klassenzimmer kam, desto öfter blitzte sein verschmitztes Lächeln in ihren Gedanken auf, die letzten Meter schwebte sie deswegen ein Stück über dem Fußboden. „Hey, Rosalie“, rief Ben quer durch das Stockwerk. „Jetzt warte doch mal, wie gehts dir denn? Wenn ich dich so sehe, gehts mir jedenfalls prächtig“, lachte er. Wenn er keine Ohren gehabt hätte, hätte sein breites Grinsen wahrscheinlich um den ganzen Kopf gereicht. Er legte ihr den Arm um die Schultern und Händchen haltend gingen die beiden davon.

 

2 Kommentare 2.1.15 22:22, kommentieren

Letzte Worte

Schwarze Gestalten an einem nebligen Wintermorgen auf einem dunklen Friedhof. Das einzig Bunte an diesem Tag sind die vielen Blumen, die sie alle dabei haben. Rosen, Margariten, Sonnenblumen, Veilchen und Vergissmeinicht. Wie passend für diesen Tag. Sie singen, obwohl die Person, die es hören soll, schon lange nichts mehr versteht. Ein kleines Mädchen, das die Welt nicht mehr versteht. An der Hand von einem großen Mädchen, das die Welt ebensowenig versteht, obwohl sie bald mit der Schule fertig sein wird. Sehnsuchtsvoll denkt sie an die taunasse Wiese im Frühling, über die einmal fröhliche Kinder laufen werden, ihre Kinder. Kinder, die lachen, Kinder, die Tassen umwerfen und mit gelben Gummistiefeln in Regenpfützen springen. Kinder, die Kastanientiere basteln und Schneemänner bauen. Kinder, die Eis essen gehen und am Strand Sandburgen töpfern. Kinder, die Blumensträuße pflücken, glückliche Kinder. Sie schaut auf den schwarzen Sarg, der nach und nach mit farbigen Blumen bedeckt wird. In diesem Sarg liegt ihr Freund, und doch liegt er dort nicht. Nur eine leere Hülle ist es, die dort liegt und schweigt. Er, mit seinen funkelnden Augen, dem verschmitzten Lächeln und dem großen Herzen ist längst an einem anderen Ort. Weit weg von dieser so fehlerhaften, menschlichen Welt. Das große Mädchen denkt an ihn und flüstert ihm einen letzten Satz zu, bevor sie sich umdreht und dem Sarg für immer dem Rücken zukehrt. Ich gehe auf der Straße der Erinnerung entlang, weil ich es liebe, dir entgegenzulaufen.

7.10.14 18:53, kommentieren

Pippi Langstrumpf

Ich glaube, dass wir von Pippi Langstrumpf Einiges lernen können. Überlegt euch mal, sie hat keine Mutter mehr, ihr Vater segelt irgendwo in der Südsee umher, sie wohnt in einer leerstehenden Villa, nur mit Affen und Pferd als Gefährten. Das ist doch bei genauerer Betrachtung nicht das Leben, was man einem achtjährigen Kind wünschen würde, oder?

Lässt Pippi sich davon unterkriegen? Die Frage ist wohl rhetorisch gemeint. NEIN, natürlich nicht. Gibt es einen Tag in ihrem Leben, wo sie nicht mit sonnigen Gedanken und einem lauten Lachen auf den Lippen herumläuft? Ich glaube kaum.

In unserer Welt hingegen ist das Lachen und das Lächeln seltener geworden. Wir sind grundsätzlich Pessimisten. Wenn es einen Wetterbericht für Stimmungen in einem Land gäbe, würde unserer dann generell dicke Regen-IClouds und Blitzlichtgewitter anzeigen? Blitzlichtgewitter von den tausenden Selfies, die Tag für Tag unsere Smartphonespeicher füllen, auf diversen Internetseiten gepostet werden, aber niemand merkt, dass oft nur ein falsches Grinsen zur Schau gestellt wird?

Der Apple fällt nicht weit vom Stamm, jaja. Aber anstatt in echte Apfelbäume zu klettern, verbringen wir unsere Zeit lieber vor dem IMac, um uns Bilder von Apfelbäumen anzuschauen.

Das Leben bietet doch so viel mehr. Wenn man älter wird, erinnert man sich doch gerne an die Tage, die man mit seinen Freunden verbracht hat und Tränen gelacht hat. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass solche Tage überwiegen Wenn wir wieder wie Pippi unbeschwert und voller Sonne im Herzen durch Höhen und Tiefen wandern können, dann haben wir wirklich gelebt.

Denn ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.

P.S.: Danke, dass ihr euch diesen laaangen Text bis hierher durchgelesen habt! Für (konstruktive) Kritik und Änderungswünsche bin ich immer offen.

2 Kommentare 7.9.14 20:09, kommentieren

Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

 "Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, aber man kann ein bisschen mitbestimmen von wem."(Augustus Walters)

Dieses Buch kann ein toller Begleiter sein. Wahrlich, so wie Hazel Augustus in seinen dunkelsten Momenten begleitet hat, so kann dieses Buch auch unser Weggefährte in stürmischen Zeiten sein. Es ist ein Buch, das Hoffnung macht, Hoffnung darauf, dass man niemals allein ist, selbst, wenn es manchmal so scheint. Es ruft seine Leser dazu auf, freundlich und liebevoll miteinander umzugehen, selbst, wenn die Zeit, die einem hier auf Erden geschenkt wird, begrenzt ist.

"Das Leben ist schön, Hazel Grace!"

Nachdem man dieses Buch gelesen hat, kann man den Satz guten Gewissens wieder glauben.

13.8.14 10:19, kommentieren

Defined

You are not your age,

nor the size of the clothes you wear,

You are not a weight,

Or the colour of your hair.

You are not your name,

or the dimples in your cheeks,

You are all the books you read,

And all the words you speak,

You are your croaky morning voice,

And the smiles you try to hide,

You are the sweetness in your laughter,

And every tear you have cried,

You are the songs, you sing so loudly,

When you know, you`re all alone,

You`re the places that you`ve been to,

And the one that you call home,

You are the things that you believe in,

And the people that you love,

You`re the photos in your bedroom,

And the future you dream of,

You`re made of so much beauty,

But it seems that you forgot,

When you decided that you were defined,

By all the things you are not.

~e.h

 

 

10.8.14 17:45, kommentieren

Seelenverwandte

Seelenverwandte? Ich glaube, sie existieren. Nur nicht immer auf eine romantische Art und Weise. Ich denke, es gibt bestimmte Menschen, die man in seinem Leben trifft, mit denen man sich verbundener fühlt, als mit vielen anderen. Man spürt einfach, dass es keine gewöhnliche Sache ist und man versteht einander perfekt, ohne Wenn und Aber. Diese Person muss nicht immer der Partner sein. Es könnte ein Freund, Verwandter, Bekannter oder auch nur irgendein Mensch, den man gerade erst getroffen hat. Es könnte jeder sein, mit dem man auch nur einmal kurz gesprochen hat.

1 Kommentar 30.7.14 13:17, kommentieren

Aufbruchsstimmung

Jeder von uns, der schon einmal auf Reisen gewesen ist, kennt dieses Gefühl. Dieses Gefühl zwischen Vorfreude und Melancholie, zwischen freudiger Erwartung auf das Kommende und Abschiednehmen. Abschiednehmen von Vertrautem, von der Heimat, von Freunden, Verwandten und Familie. Abschiednehmen von der eigenen Sprache, dem bekannten Umfeld, seiner Vergangenheit. Die Minuten, bevor der Zug losfährt, der Zug in ein anderes Leben, sind geprägt von verschiedensten Emotionen, die sich nicht beschreiben lassen, auch nicht durch die aussagekräftigsten Wörter dieser Welt. Vor dem inneren Auge laufen bunte Bilder ab, Bilder aus vergangenen Zeiten. Der erste Schultag, Eis essen gehen, die wundervollen Sommertage, das Lachen von damals klingt nun wie ein Echo, das wieder und wieder zurückhallt. Obwohl diese wunderschönen Bilder vor deinem inneren Auge ablaufen, ist dein Blick nach vorne gerichtet, erwartungsvoll und gespannt auf die Zukunft.

2 Kommentare 19.5.14 20:20, kommentieren

Perfekt?

4 Kommentare 15.5.14 21:25, kommentieren